Freitag, 24. April 2009

Meine Schulkollegen: Bilanz der letzten acht Jahre

Bald werden seit meiner Matura acht Jahre vergangen sein - genau so viel Zeit, wie das Gymnasium überhaupt dauerte. Jetzt wird es interessant sein zu überprüfen, was aus den Leuten aus meiner Klasse geworden ist. Meines Wissens nach sind von etwas mehr als 20 ehemaligen Schülern:

- 1 Dr. med.
- 1 Dipl.-Ing. (Biotechnologie)
- 3 Mag. (Jura, Psychologie, Pädagogik)
- 4 Bachelor (Informatik, Wirtschaftsinformatik)

Und einige machen gerade Diplomarbeit.

Einer ist verheiratet. Die meisten Mädchen sind in einer Beziehung. Die meisten Jungs sind solo. Viele leben noch bei ihren Eltern. Einige haben noch immer keinen Führerschein. Kinder hat noch keiner.

Ich frage mich, ob das normal ist?

Das Medizinstudium

Niemand hat jemals besser erklärt, worum es im Medizinstudium geht, als unser Rektor Magnifizenz Prof. Dr. Wolfgang Schütz heute abend bei einer Podiumsdiskussion auf der MedSuccess: Im alten Studienplan (nach dem ich studiere) geht es darum, enzyklopädisches Wissen zu erwerben. Das heißt: Wenn man liest, dass österreichische Medizin-Absolventen in Norwegen als "wandelnde Lexika" bezeichnet werden, dann ist das nicht bloß ein Scherz oder Zufall - nein, es ist gewollt. Das Studium zielt tatsächlich darauf ab, die Menschen zu lebendigen Nachschlagewerken zu machen. Dies bedeutet: Man muss den Stoff jeder Prüfung so lernen, dass man bei Erwähnung eines Stichworts alles sagen kann, was einem dazu einfällt, so als ob man Wikipedia wäre.

Im neuen Studienplan, meinte Rektor Schütz, ginge es hingegen eher darum zu lernen, wo man nachschlagen kann, wenn man etwas nicht weiß, und um die Praxis. Ich glaube, der neue Studienplan stellt wesentlich geringere Anforderungen als der, nach dem ich studiere. "Wo man nachschaut", das lernt man doch in fünf Minuten... (http://de.wikipedia.org/, http://www.pubmed.gov/, das war's.) Dafür braucht man eigentlich kein Studium. Und trotzdem bekommen die Absolventen des neuen Studienplans denselben Titel wie wir, obwohl ihr Studium offiziell ein Diplomstudium ist, während unseres als vollwertiges Doktoratsstudium gilt.

Mittwoch, 22. April 2009

ÖH-Wahlen 2009

Ich habe mir die Homepages einiger wahlwerbender Gruppen angesehen. Im Großen und Ganzen gibt es wenig Unterschiede - die meisten Fraktionen fordern die Abschaffung von Zugangsbeschränkungen (bzw. deren Nicht-Einführung), dazu kommen allgemeine Floskeln über Frauenrechte und Demokratie usw.

Ich habe mir dann die Frage gestellt, welchen Sinn die ÖH-Bundesvertretung überhaupt hat - welche Kompetenzen hat sie, was kann sie erreichen? Ist sie nur ein Sprachrohr der Studierenden in Österreich, das eh niemand ernst nimmt, oder kann sie zumindest indirekt auf die Gesetzgebung einwirken? Ich habe eine entsprechende Anfrage an die derzeitige ÖH-Bundesvertretung geschickt - man wird sehen, ob sie sich die Mühe machen werden zu antworten.

Beim Ring Freiheitlicher Studenten fand ich interessant, dass sie in ihrem Programm zwar für eine verstärkte Selektion in dem Sinne eintreten, dass die Anforderungen an den Gymnasien erhöht werden sollen, so dass die Zahl der Maturanten und damit auch die der Studienanfänger reduziert wird. Andererseits fand ich in der offiziellen Zeitschrift dieser ÖH-Fraktion Artikel mit Forderungen wie etwa der Abschaffung des seit einigen Jahren obligaten Eignungstests für medizinische Studiengänge (EMS) oder der Ablehnung der Einführung eines Numerus clausus. Ich glaube, auch die Freiheitlichen sind nur Dampfplauderer. Wahrscheinlich haben sie Angst, dass sie zu wenig Stimmen (also noch weniger als jetzt) bekommen würden, wenn sie konsequent für das Leistungsprinzip einträten. Eine lächerliche Partie.

MedSuccess 2009

Heute hatte ich meinen ersten Urlaubstag (von zehn) meines Zivildiensts. Ich habe mir den Tag aber nur deshalb frei genommen, weil ich mich für die Workshops der MedSuccess 2009 anmelden wollte, die dieses Wochenende stattfindet, und man kann sich nur von 10 bis 16 Uhr anmelden. Obwohl die Anmeldung schon gestern möglich war, konnte ich noch in allen Workshops, die mich interessiert haben, einen Platz bekommen. Dabei waren viele Workshops schon ausgebucht. Nicht jedoch die, die mich interessieren - bei manchen war es sogar so, dass sich nur zwei oder drei Studierende vor mir angemeldet haben. Da sieht man wieder einmal, dass mich an der Medizin andere Dinge interessieren als die meisten (die wahrscheinlich vor allem deswegen Medizin studieren, weil sie gerne Hämorrhoiden auspinseln und damit viel Geld verdienen wollen). Die Workshops, für die ich mich angemeldet haben, behandeln die Prophylaxe vor Infektionen mit Zytomegalievirus bei Organtransplantationen, die Pathogenese der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (gibt es eine autoimmunologische Komponente?) und den Einsatz von Proteomik in Forschung und Klinik.

Ich war heute viel unterwegs und bin jetzt ziemlich müde. Dieser Tag war viel anstrengender als ein normaler Arbeitstag!