Dienstag, 30. August 2011

Der menschliche Körper

Das habe ich am 13. November 2006 in ein Forum gepostet:

Bevor ich mich heute im Spiegel betrachtete, spielte ich mich mit dem Gedanken, wie es wohl wäre, wenn man nicht nur vorne, sondern auch hinten Augen hätte. Das wäre wohl nicht unpraktisch, allerdings stellt sich die Frage, wie das Gehirn wohl die zusätzliche optische Information verarbeiten würde: Wahrscheinlich würde es nur möglich sein, dieses Problem zu lösen, wenn gleichzeitig eine Struktur im Gehirn entstünde, die es ermöglichte, zwischen den Bildern der Vorderaugen und der Hinteraugen willkürlich umzuschalten. Eventuell könnten aber auch bestimmte Reize dazu führen, dass es automatisch zu einer Umschaltung käme (z.B. grelles Licht).

Jedenfalls führte es dazu, dass ich mich mit meinem Körper stärker wahrnahm. Mir fiel auf, wie sehr sich die Augen doch vom Rest des Gesichts unterscheiden, weil sie in einer Grube liegen und im Gegensatz zu den anderen Öffnungen vorn meist weit offen stehen. Dadurch, dass der Glaskörper doch sehr verschieden von der Haut aussieht, fällt er stark auf. Irgendwie erinnert er an Eiklar. Das ist auch nicht ganz falsch, handelt es sich chemisch gesehen doch in beiden Fällen um Kolloid.

Dass der Mensch genau zwei Augen hat, die meistens - wenn nicht gar immer - gleich groß sind und symmetrisch um die Nase herum angeordnet sind, ist auch eine interessante Sache. Gleich zwei dieser so speziellen Strukturen! Dabei ist schon ein Auge etwas, das wie eine fremde Struktur vom Mars erscheint. Es wird ja oft als Argument gegen die Evolutionstheorie gebracht, dass die Komplexität der Augen so groß seien, dass es nicht vorstellbar sei, dass diese bloß durch "natürliche Selektion" entstanden sein könnten. Wenn meine Intuition mit dem "Mars" hier genauso zutrifft wie meine Intuition mit dem Ei, dann dürfte es sich wohl zumindest beim Auge um ein Geschenk Außerirdischer handeln. Genau weiß man es noch nicht.

Wenn man sich das Gesicht genau ansieht, fällt einem auf, wie kompakt es eigentlich ist. Die Augen sind unmittelbar unterhalb der Stirn gelegen. Wir wissen, dass sich in der Stirn das Gehirn befindet, welches die zentrale Informationsverarbeitungsstelle des Menschen darstellt. Die Augen sind ein wichtiger Input-Lieferer. Deshalb sind sie so nahe dem Gehirn angeordnet, damit die Leitung möglichst kurz dauert. Der Nerv, welcher die Informationen vom Auge ins Gehirn weiterleitet, der "Nervus opticus", ist bekanntlich sogar ein Teil des Gehirns und nicht etwa ein peripherer Nerv.

Aber auch die Ohren sind nich weit entfernt. Auch sie sind wichtige Sinnesorgane, wenngleich ganz anderer Art. Nase und Mund beherbergen ebenfalls Sinnesorgane, haben aber zudem noch ganz andere Funktionen: Nahrungsaufnahme und Atmung. Es handelt sich um den Beginn von Kanälen, um Säcke quasi, was mich besonders an manche Pappfiguren in Vergnügungsparks erinnert, welche über eine Öffnung an der Stelle verfügen, wo sich bei einem Menschen der Mund befände, in die man Tennisbälle werfen kann. Meist ist dahinter ein Sack mit einer Röhre, wo dann die Bälle geordnet herauskommen. So habe ich es zumindest in Erinnerung.

Unterhalb des Kopfes finden sich also die Anhangsorgane, welche für die Verarbeitung von Nahrung und Sauerstoff dienen, sowie der komplexe Bewegungsapparat. Im Vergleich zum Kopf ist der Rest des Körpers allerdings weit weniger differenziert.

Dass wir am Kopf Haare haben, mag daher rühren, dass das Gehirn besonderen Schutz vor Kälte benötigt. Die Augenbrauen haben sicherlich eine Schutzfunktion fürs Auge - werden die Brauen gereizt, so ist der Mensch vorgewarnt und kann seine Augen vielleicht noch rechtzeitig zukneifen.

Ist doch wunderbar, aus was für Teilen der menschliche Körper besteht!

Samstag, 20. August 2011

Die Ideologie des Liberalsozialismus

Vorwort: Ich habe jahrelang die führende österreichische nicht-linke Qualitätszeitung "Die Presse" gelesen und bin daher mit der oftmals als "neoliberal" bezeichneten Ideologie des österreichischen Großbürgertums bestens vertraut. Meines Erachtens hat dieser "Neoliberalismus" aber wenig mit dem von mir bevorzugten klassischen Liberalismus zu tun, der die Freiheit des Individuums vor dem Staat, die Ablehnung von Zwang und die Gewährleistung von Grund- und Freiheitsrechten wie dem Recht auf Leben in den Vordergrund stellt. Ich bezeichne die Ideologie des Großbürgertums daher als "Liberalsozialismus". Das Wort "Liberalsozialismus" erinnert natürlich an das Wort "Nationalsozialismus". Wie man sehen wird, hat der Liberalsozialismus wenig mit dem Nationalsozialismus zu tun, weil in ihm Begriffe wie Volk oder Rasse nicht vorkommen; es stellt sich jedoch die Frage, ob der Liberalsozialismus nicht ähnlich schlimm ist. Hier die wichtigsten Punkte dieser Ideologie in Form eines Parteiprogramms einer fiktiven "Liberalsozialistischen Unternehmerpartei":

Sinn des Lebens: Der Sinn menschlichen Daseins ist es, Leistung zu erbringen. Damit ist gemeint, sich auf wirtschaftlich möglichst gut verwertbare Weise zu verhalten. Das ganze Handeln eines Menschen ist wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu unterwerfen. Dabei ist eine höchstmögliche Steigerung der Effizienz anzustreben. Effizienz ist die Fähigkeit, besonders gute Leistungen zu erbringen. Leistung ist physikalisch als Quotient aus Arbeit durch Zeit definiert. Je mehr Arbeit in je weniger Zeit verrichtet wird, umso höher die Leistung. Bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit eines Menschen ist auch die Ausdauer zu berücksichtigen. Sinn des Lebens ist es nicht, in wenig Zeit ein bisschen Arbeit zu erbringen, sondern über einen langen Zeitraum hindurch besonders viel Arbeit zu verrichten. Menschen sind aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit als begabt und unbegabt zu klassifizieren und aufgrund ihrer tatsächlich erbrachten Leistungen als wertvoll und wertlos.

Gesellschaft: Wir fordern: Alle Macht den Unternehmern. Die Unternehmer sollen die absolute Verfügungsgewalt über ihre Untergebenen haben. Arbeitnehmer haben sich am Willen ihres Vorgesetzten zu orientieren, ihm auf Schritt und Tritt zu folgen, Züchtigungen und Maßregelungen mit Freude zu akzeptieren und eigene Bedürfnisse zugunsten denen ihres Chefs zurückzustellen. Da Menschen einzig aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit und den tatsächlich von ihnen erbrachten Leistungen zu beurteilen sind, ist eine Bevorzugung oder Benachteiligung aufgrund von Sympathie, Mitgefühl, sozialer Bedürftigkeit oder Attraktivität nicht gestattet. Das hat unter anderem zur Konsequenz, dass es keine Sozialleistungen geben darf. Arbeitnehmer sind streng nach dem Leistungsprinzip zu entlohnen. Die einzige Aufgabe des Staates besteht darin, gesetzeswidriges Verhalten zu bestrafen.

Erziehung: Kinder sind nach dem Prinzip "Befehl und Gehorsam" zu erziehen, wobei die Maxime die Forderung nach Leistung sein muss. Eltern, die sich diesem Prinzip widersetzen, sind zu bestrafen.

Oppositionelle: Wer unserem Parteiprogramm kritisch gegenübersteht, ist ein Linker.

Montag, 1. August 2011

Freiheit ist eine Illusion

Menschen sind verschieden mächtig. Die meiste Macht hat aber der Staat. Bestimmte Personen oder Gruppen haben nur deswegen im System Macht, weil der Staat sie schützt. Der Staat arbeitet nach Gesetzen. Ändert man die Gesetze, so ändert man die Machtverhältnisse.