Dienstag, 22. November 2011

Reform der Medizinerausbildung

Auf der Website der Zeitung "Die Presse" findet sich ein Artikel mit dem Titel "FPÖ fordert Reform der Medizinerausbildung":

http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/710153/FPOe-fordert-Reform-der-Medizinerausbildung?_vl_backlink=%2Fhome%2Fbildung%2Funiversitaet%2Findex.do

Grundsätzlich ist zu sagen: In diesem Artikel wird Martin Graf zitiert. Graf ist Jurist, nicht Mediziner. Er kann also nur aus der Perspektive des Patienten sprechen. Ob die Ideen, die Graf ausspricht, möglicherweise tatsächlich von einem Mediziner stammen, weiß ich nicht.

Die Forderung nach Veröffentlichung der Bedarfs-Studie ist okay.

Abschaffung des Turnus: Das ist keineswegs eine neue Idee. Das wird bereits seit längerem diskutiert und wird wahrscheinlich auch in einigen Jahren umgesetzt werden. Es gibt aber auch Gegenstimmen. Auf die Details werde ich jetzt nicht eingehen.

Die Facharztausbildung unmittelbar nach dem Studium anzufangen, ist auch in Österreich möglich. Jedoch ziehen die meisten Spitäler, welche Fachärzte ausbilden, Leute vor, die bereits den Turnus zum praktischen Arzt absolviert haben. Deswegen ist der Turnus de facto Standard-Ausbildung. Eine große Ausnahme sind Universitätskliniken (AKH). Dort gibt es viele Assistenzärzte, die noch keinen Turnus gemacht haben. Das mag zum einen daran liegen, dass es dort auch um wissenschaftliches Arbeiten geht und man hineinkommen kann, wenn man etwa während des Studiums eine Dissertation angefertigt hat. Zudem sind am AKH Beziehungen von entscheidender Bedeutung. Von den ehemaligen Studienkollegen, die ich kenne, welche jetzt am AKH arbeiten, sind viele Kinder von Universitätsprofessoren und anderen wichtigen Persönlichkeiten.

Wie Graf mit seinen Forderungen die Wartezeiten auf den Turnus bzw. die Facharztausbildung verkürzen möchte, ist mir schleierhaft.

Zugangsbeschränkungen sind keineswegs unsinnig, selbst wenn es mehr Medizinstudenten braucht. Denn nicht jeder erfüllt die Voraussetzungen für das Studium bzw. den Arztberuf.

Die Wiedereinführung des Herkunftlandprinzips (Konsequenz: nur deutsche Studenten, die den Numerus clausus erfüllten, dürften in Österreich studieren) ist ein Thema, über das man grundsätzlich diskutieren könnte. Jedoch gebe ich zu bedenken, dass in den Eignungstests für Medizinische Studiengänge in den letzten Jahren deutsche Studienanwärter überdurchschnittlich gut abgeschnitten haben. Diese Leute haben zwar den NC nicht erfüllt, aber sind offenbar doch nicht ganz unbegabt. Das zeigt, dass die Kriterien in den Herkunftsländern, nach denen bestimmt wird, wer Medizin studieren darf, möglicherweise unsinnig sind. Stellt sich also die Frage, ob Österreich so sozial-liberal veranlagt sein soll, dass es diesen "Underachievern" aus aller Welt ein Studium ermöglicht, oder ob man national-egoistisch sein und diese Missstände Probleme der Herkunftsländer sein lassen will.

Sonntag, 20. November 2011

Liberalismus hat sogar noch vor Demokratie Vorrang

Eine Facebook-Freundin meinte: "Demokratie ist nur eine Notlösung für mangelnde Konsensfähigkeit." Dazu möchte ich Folgendes sagen:

Liberale gehen davon aus, dass es ein Naturrecht gibt. Also dass jedem Menschen von Natur aus bestimmte Rechte zustehen. Darüber kann es aus liberaler Sicht keine Diskussion geben. Diese Gesetze müssen umgesetzt werden. (Recht auf Leben, Recht auf freie Meinungsäußerung, Recht auf Eigentum,...) Dieses Naturrecht steht noch über Vereinbarungen, die demokratisch festgelegt worden sind. Keinesfalls darf ein Gesetz beschlossen werden, das dem Naturrecht widerspricht, selbst wenn eine Mehrheit dafür stimmt.

In diesem Zusammenhang möchte ich unser Schulwesen kritisieren. Dort lernt man zwar viel über Demokratie, aber herzlich wenig über die liberalen Prinzipien, auf denen unsere Verfassung beruht. Liberalismus ist aber noch wichtiger als Demokratismus. Man denke an die Demokratie im alten Athen (Ostrakismus). Solche Volksabstimmungen über das Leben eines einzelnen Menschen verbietet erst die liberale Verfassung.

Samstag, 19. November 2011

Finanzielle Engpässe an den Universitäten

Die ÖH hat auf Facebook folgende Aussendung gepostet:

"Zurzeit ist international ein Trend zu beobachten, dass gerade im Bildungsbereich mit dem Argument der Wirtschafts- und Finanzkrise eingespart wird. Es wird vermehrt nach Zugangsbeschränkungen gerufen, Stipendien werden gekürzt, Beihilfen und Förderungen werden gestrichen. EU-weit ist eine drastische Steigerung der Jugendarbeitslosigkeit zu beobachten. 17 der 27 EU-Länder haben eine Jugendarbeitslosigkeit von über 20 Prozent. Vor dem Krisenjahr 2008 war das in keinem Land der Fall. Dieses Beispiel verdeutlicht sehr klar, dass gerade im Bereich der Bildung in den letzten Jahren eine verfehlte Politik praktiziert wurde. Anstatt Jugendlichen Bildung und Perspektive zu gewähren, wurde genau dieser Sektor zunehmend durch finanzielle Kürzungen beschnitten!"

Mein Kommentar dazu:

Es ist völlig klar: Wenn die Wirtschaft gut ausgebildete Fachkräfte haben will, muss sie sich um deren Ausbildung kümmern. Am gerechtesten wäre es, wenn die Wirtschaft ihre Fachkräfte selbst ausbildete. Eigentlich ist es eine Frechheit, dass sie die Ausbildung an staatliche Institutionen wie Schulen und Universitäten delegiert. Meiner Meinung nach ist diese Delegierung der Grund vieler Probleme: sie führt etwa dazu, dass an den Bedürfnissen der Wirtschaft vorbei ausgebildet wird. Man kann auch nicht einfach sagen, die Wirtschaft müsse mehr Geld an die Universitäten zahlen. Dieses Geld wird hauptsächlich für Professorengehälter, Forschung und Verwaltung ausgegeben. Die oft gehörte Forderung "Gebt den Lehrenden mehr Geld, dann werden sie die Studierenden besser ausbilden" halte ich für diskussionsbedürftig. Was den Studierenden wirklich zu Gute käme, wäre ein großzügigeres Stipendienwesen.

Freitag, 11. November 2011

Medizin als Studium für rein wissenschaftlich Interessierte

Ich habe heute mit einer Vertreterin der ÖH Medizin über meine Ideen und meine Motivation gesprochen, das Medizinstudium in ein Bachelor-/Master-Studium umzuwandeln. Ich erklärte ihr, dass ich eine mehrstufige Gliederung des Medizinstudiums insofern für sinnvoll erachte, als es Studenten gibt, die das Studium mit falschen Erwartungen anfangen, aber nicht sofort wechseln, weil sie zu Beginn einen falschen Eindruck vom Medizinstudium bekommen. Konkret: Es gibt Studenten, die nicht vorhaben, Arzt zu werden, sondern in die Wissenschaft gehen wollen. Der alte Studienplan N201, nach dem ich noch studiere, fängt mit rein naturwissenschaftlichen Fächern an (Chemie, Physik, Biologie) und vermittelt somit im ersten Studienjahr tatsächlich den Eindruck, es würde sich um ein naturwissenschaftliches Studium handeln. Das ist der Grund, warum viele, die in die Forschung gehen wollen, dann noch weiterstudieren und erst nach Jahren feststellen, dass es sich beim Medizinstudium in Wahrheit um eine klinisch orientierte Ausbildung zum Arzt handelt. Wandelte man nun das Medizinstudium in ein Bachelor-/Master-Studium um, so wäre die Studienzeit dieser Leute nicht vergebens gewesen, denn dann hätten sie einen (Bachelor-)Abschluss in Naturwissenschaften, den sie auf welche Weise auch immer verwerten könnten (etwa um ein Masterstudium in Biologie oder Biochemie anzuhängen), und müssten sich nicht durch die für sie uninteressanten klinischen Fächer durchkämpfen, um die Universität nicht ohne Abschluss zu verlassen.

Die Vertreterin der ÖH Medizin meinte, es sei eh klar, dass das Medizinstudium eine Ausbildung zum Arzt darstelle, und es würde kaum Studenten geben, die reine Forscher werden wollten.

Donnerstag, 3. November 2011

Sonic

In meiner Freizeit spiele ich nun schon seit Monaten auf meinem Nintendo DS Sonic 1. Da ich fast keine Fehler mehr mache, häufen sich die Extraleben an, und so hatte ich die Idee, herausfinden zu wollen, wie viele Leben man maximal haben kann. Mein momentaner Stand: bis zur Scrap Brain Zone Act 1 habe ich 31 Leben angehäuft. Ob noch mehr möglich ist (ohne Cheats), ist fraglich. Theoretisch könnte man natürlich mit Hilfe der Speicherfunktion unendlich viele Leben anhäufen, aber das ist nicht im Sinne des Erfinders.