Sonntag, 28. Oktober 2012

Staatsbürgerschaft

Nun hat also unser Integrations-Staatssekretär einen Vorschlag gebracht, wie das Staatsbürgerschaftsrecht reformiert werden sollte. Ein Punkt ist: Wenn man alle Kriterien erfüllt und zudem in einer Organisation wie dem Roten Kreuz oder der Feuerwehr ehrenamtlich mitarbeitet, soll man die österreichische Staatsbürgerschaft schon nach 6 statt erst nach 10 Jahren Aufenthalt im Land bekommen können.

Ist das gerecht?

Gerecht ist meiner Meinung nach, wenn jedem im Land lebenden Ausländer die Staatsbürgerschaft verliehen wird, der in seinem Bildungsstand und seinem wirtschaftlichen Erfolg mit einem durchschnittlichen Österreicher vergleichbar ist. Und ich denke nicht, dass sich der durchschnittliche Österreicher beim Roten Kreuz oder der Feuerwehr engagiert. Noch dazu werden diese ehrenamtlichen Mitarbeiter ja nicht zu Unrecht kritisiert, dass sie oft unprofessionelle Arbeit leisten.

Ergo: Mit diesem Vorschlag unseres Staatssekretärs bin ich nicht einverstanden!

Im Übrigen bin ich auch der Meinung, dass man die österreichische Staatsbürgerschaft gegen viel Geld an Superreiche verkaufen sollte, um unser Budget zu sanieren.

Dienstag, 23. Oktober 2012

"Alles hat einen Sinn"

Eine Bekannte, die pädagogisch tätig ist, motiviert ihre Schüler, auch unangenehme Arbeiten durchzuführen, mit den Worten: "Alles hat einen Sinn." Dazu ist zu sagen: Klar, man kann alles irgendwie begründen, also hat alles einen Sinn. Nur: Die Frage ist, ob dieser Sinn auch in meinem Sinn ist! Nützt es mir persönlich, oder ist es eher mit Schaden verbunden?

Montag, 15. Oktober 2012

Mein Nobelpreis

Ich gratuliere mir selbst hiermit zum Nobelpreis. Nein, nicht zum Friedens-Nobelpreis, mit dem sich manche identifizieren, weil sie EU-Bürger sind, sondern zum Nobelpreis für Ökonomie. Der Grund: Wie der ORF meldet, hat Shapley den Preis unter anderem für seinen Algorithmus zur Lösung des Heiratsproblems bekommen. Das ist ein ganz einfacher Algorithmus. Tagtäglich entwickeln Informatiker kompliziertere Algorithmen zur Lösung schwierigerer Probleme. Und auch ich habe schon so manchen Algorithmus entwickelt. Somit habe ich im Prinzip schon etwas geleistet, wofür man mit einem Nobelpreis ausgezeichnet werden könnte.

Sonntag, 14. Oktober 2012

Wann Angeberei mit IQ-Tests lächerlich wirkt

Ich war wieder einmal auf psiq.org zu Besuch und stellte mir die Frage: Was zeichnet diese Leute aus, außer, dass sie einen bestimmten IQ-Wert erreicht haben? Was sagt dieser Wert aus? Die meisten der eingetragenen Personen betrieben selbst wiederum eine Website, die sich mit IQ-Testen beschäftigte, oder man konnte gar nichts über sie im Internet finden. Nur mehr peinlich fand ich die Homepage eines Eingetragenen, der in mehr als 20 High-IQ-Vereinigungen Mitglied ist und eine Homepage voll von Zertifikaten und Zeugnissen erstellt hat. Welchen Sinn hat es, Bestätigungen über die Mitgliedschaft in 20 verschiedenen Vereinen zu veröffentlichen; würde es nicht genügen, eine Bestätigung über die Mitgliedschaft mit dem höchsten Mindest-IQ zu posten? Ich denke mir jedenfalls, dass diejenigen mit einem IQ über 160 nicht wesentliche Vorteile im Leben gegenüber denen mit einem IQ von etwa 140 haben. Was mich betrifft, darf man auch nicht vergessen, dass ich ja geschrieben habe, dass ich mich für die IQ-Testerei interessiert habe, weil ich dachte, dass Wissenschaftler (Forscher) einen hohen Intelligenzgrad hätten, und ich meine Eignung für diesen Beruf ermitteln wollte. Man sollte sich nicht als Hochintelligenzler definieren, sondern eher über seinen Beruf. Die kognitive Begabung ist nur Mittel zum Zweck.

Montag, 8. Oktober 2012

Volkmar Weiss

Ich war jetzt auf der Website von Volkmar Weiss, nachdem ich in einem Diskussionbeitrag in einem Internetforum darauf hingewiesen hatte, dass in der Sowjetunion IQ-Tests verboten waren und eine zitierfähige Quelle für diese Aussage benötigte. Die klaren Worte zu verschiedenen die Intelligenz betreffenden Themen waren wohltuend, insgesamt habe ich nach Durchsicht der meisten Seiten aber nicht viel in Erinnerung behalten, das ich nicht schon vorher gewusst hätte. Weiss erweckt den Eindruck, ein Konservativer zu sein, und dass er eine Utopie über die Entwicklung Europas nach dem Sieg der Nazis im Zweiten Weltkrieg geschrieben hat, bezeugt seine Faszination für diese Ideologie, womit ich ihm aber keineswegs Sympathien dafür unterstellen möchte (man kann auch von dem, was man zutiefst ablehnt, fasziniert sein). Insgesamt hinterlässt das Ganze einen eher schalen Nachgeschmack. Weiss ist vom Thema IQ besessen; dem Ganzen liegt offenbar die Annahme zugrunde, dass es unbedingt hochbegabter Menschen bedürfe, um bestimmte Leistungen hervorzubringen, von denen das Überleben der gesamten Gesellschaft abhängig sei. Dass ich diese Meinung nicht teile, habe ich in einem Aufsatz dargelegt ("Bedarf es einer Elite?"). Ich habe den Eindruck, dass Weiss zu jenen gehört, die es für den Sinn des Lebens erachten, einem Beruf nachzugehen, eine Familie zu gründen und möglichst viele Kinder in die Welt zu setzen, um das Volk zu erhalten. Dem möchte ich gegenüberstellen, dass es wohl notwendig ist, sich fortzupflanzen, wenn die Menschheit nicht aussterben soll (solange es nicht gelingt, die Lebensspanne der Menschen ins Unendliche zu verlängern), aber die Frage, wer sich fortpflanzt, wohl nur insofern von Bedeutung ist, als es nicht ausreicht, wenn sich nur Personen fortpflanzen, deren körperliche und/oder geistige Leistungsfähigkeit nicht ausreicht, um einem sinnvollen Beruf nachzugehen. Keinesfalls finde ich, dass Hochbegabte verpflichtet sind, möglichst viele Kinder in die Welt zu setzen, um auf diese Weise den Genpool zu verbessern. Es sollte jedem überlassen sein zu entscheiden, ob er sich vermehren möchte. Wie in meinem oben erwähnten Artikel erläutert, halte ich es auch keineswegs für notwendig, hochbegabt zu sein, um bestimmten Berufen nachgehen zu können.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Glauben und Wissen

Eine philosophische Fragestellung lautet: Kann ich wissen oder kann ich nur glauben? Meine Meinung dazu ist: Wir nehmen die Welt mit unseren Sinnesorganen wahr. Deshalb können wir nie sicher sein, dass das, was wir wahrnehmen, der Realität entspricht. Daraus folgt, dass wir über die Beschaffenheit der äußeren Welt nie Gewissheit erlangen können. Folglich können wir über die äußere Welt nichts wissen. Es fragt sich nur, ob wir nicht über Dinge, die die Welt der Gedanken betreffen, Gewissheit erlangen können. Wenn man einige der Aussagen, die ich bis jetzt getätigt habe, betrachtet, dann kann man sich fragen: Glaube ich, dass es so ist, oder weiß ich es? Meine erste Behauptung war: "Wir nehmen die Welt mit unseren Sinnesorganen wahr." Ist dem wirklich so? Kann ich wissen, dass wir die Welt mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen, oder glaube ich es nur? Ich würde meinen: Da die Sinnesorgane ja der äußeren Welt zugehörig sind und wir über die Beschaffenheit der äußeren Welt nie Gewissheit erlangen können, ist die Frage, ob wir die Welt tatsächlich mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen, eine Glaubensfrage. Diese Aussage ist eine Vermutung und nicht unbedingt eine Tatsache. Nun könnte man aber argumentieren: Ich weiß, dass es eine Frage des Glaubens ist, ob wir die Welt durch unsere Sinnesorgane wahrnehmen. Also weiß ich etwas. Mit diesem bin ich nicht einverstanden! Ich würde lediglich behaupten, ich glaube, dass es eine Frage des Glaubens ist. Man könnte nun das Ganze rekursiv weiterspinnen und sich die Frage stellen: Ist es zulässig zu behaupten, dass ich weiß, dass alles eine Frage des Glaubens ist - mit Ausnahme eben dieser Tatsache, über die ich offenbar Gewissheit habe? Nein, denn auch dass alles eine Frage des Glaubens ist, ist nur eine Vermutung. Das bedeutet, dass ich mich nicht in der Lage befinde zu entscheiden, ob man alles glauben muss oder auch etwas wissen kann. Aber ich weiß auch nicht, dass ich mich nicht in dieser Lage befinde, auch dies vermute ich nur. Es ist jedoch - vermutlich - auch eine Frage der eigenen intellektuellen Kapazität, ob ich fähig bin, über diese Fragestellungen Gewissheit zu erlangen oder es bei Vermutungen belassen muss. Wagen wir noch einen Versuch: Ich glaube, mit wenigen Ausnahmen sei alles Glaubenssache. Also weiß ich, dass ich das glaube. Somit weiß ich etwas, was ja keinen Widerspruch zur Aussage ergibt, denn ich lasse ja ausdrücklich Ausnahmen zu. Jetzt ist das Problem auf einer anderen Ebene: Kann ich mir tatsächlich sicher sein, dass ich etwas Bestimmtes glaube? Genügt es, sich zu denken, dass man etwas glaubt, um mit Gewissheit feststellen zu können: ja, man glaubt es? Aber wenn man diese Ebene außer Acht lässt, scheint es doch sehr logisch, die Meinung zu vertreten:

Ich glaube, mit wenigen Ausnahmen sei alles Glaubenssache.
Also weiß ich, dass ich das glaube.

Glauben kann man schließlich alles, wissen aber nur das, was tatsächlich ist. Die obige Argumentation ist logisch gesehen eine Schlussfolgerung: Wenn ich glaube, dann weiß ich, dass ich glaube. Und da ich glaube, weiß ich es tatsächlich. Allerdings glaube ich auch nur an die Richtigkeit des logischen Schließens und weiß nicht mit Sicherheit, dass das, was mir logisch erscheint, auch tatsächlich zulässig ist! Wenn ich aber den Glauben an die Logik aufgebe, dann habe ich wirklich keine Möglichkeit mehr, mit Gewissheit zu argumentieren. Möglicherweise ist also Glauben gar die Voraussetzung, um wissen zu können? Sehr interessant!