Samstag, 11. Januar 2014

Konservativ = Besser?

Unter "konservativ" verstehe ich die Einstellung, das Bewährte zu bewahren und Traditionen an die kommenden Generationen weiterzugeben.

Mir scheint gerade in Österreich eine Zweiteilung der Bevölkerung in besonders Konservative und in etwas weniger Konservative vorzuliegen. Das fängt schon mit dem "differenzierten" Schulsystem an, durch welches die angepassteren Kinder schon frühzeitig von den weniger angepassten getrennt werden.

Ich habe den Eindruck, dass diese beiden Gruppen in verschiedenen Welten leben, weil sie um Abgrenzung voneinander bemüht sind. Jedenfalls scheint aber jede der beiden Gruppen sich selbst für die bessere zu halten.

Durch dieses System kommt es dazu, dass fast nur Kinder, die in einem eher konservativen Umfeld sozialisiert worden sind, Akademiker werden. Manche stößt es dann sauer auf, wenn sie unter Ihresgleichen vereinzelt Personen antreffen, die ein gewisses "proletarisches" Gedankengut oder entsprechende Verhaltensweisen aufweisen.

Der Konservatismus führt dazu, dass sich die Umweltbedingungen zumindest in bestimmten Berufen kaum ändern. Nun kann man das aber auch als etwas Gutes ansehen; ist es denn so schlecht, die Dinge, die sich bewährt haben, zu bewahren?

Trotzdem finde ich die Vorstellung, dass "konservativ" gleich "besser" sein soll, eher unsympathisch. Ich fand es immer schon reizvoll, wenn Randgruppen wie etwa Jugendliche eigene Regelsysteme entwickelten und dadurch Subkulturen bildeten, die sich von der Gesamtgesellschaft abgrenzten.