Freitag, 28. Oktober 2016

Der akademische Nachwuchs

Im österreichischen Hochintelligenzverein hat eine Frau die Ansicht vertreten, es wäre besser, zuerst eine abgeschlossene Berufsausbildung zu haben, bevor man studieren ginge. Dann könnte man das Studium jederzeit sein lassen, wenn man keine Lust mehr hätte.

Wenn man diese Einstellung hat, dann wird man das Studium mit Sicherheit nicht abschließen, denn jeder Student hat irgendwann Phasen, in denen er auf einmal keine Lust mehr hat.

So war das dann auch bei der Tochter dieser Frau. Sie hat die HTL mit Ach und Krach abgeschlossen, ihr Studium nach zwei Semestern aufgegeben.

Meine Einstellung war, dass ein einmal angefangenes Studium (außer man hätte es nur aus Jux und Dollerei begonnen) abgeschlossen werden muss. So habe ich den Diplomingenieur und den Doktor in Medizin gemacht. Nie wäre es mir in den Sinn gekommen, ein Studium abzubrechen.

Der akademische Nachwuchs rekrutiert sich aus den Leuten mit der richtigen Einstellung.

Samstag, 15. Oktober 2016

Die Essenz sollte sein, was ist

Mit meiner Homepage im Internet bin ich zufrieden und auch wieder unzufrieden.

Ich habe Jahre lang nur für den Hugi gelebt und die Entwicklung meiner Persönlichkeit erst später nachgeholt.

Irgendwie will ich nicht länger nur mit dem Hugi assoziiert sein. Aber auch die anderen Werke und Errungenschaften will ich nicht so in den Vordergrund stellen. Die Essenz sollte sein, was ist.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

"Er ist so gescheit"

"Er ist so gescheit." Das habe ich immer zu hören bekommen, wenn meine Eltern mit jemand anderem über mich sprachen. "Er ist so gescheit." Das prägte sich in mein Selbstbild ein. Die Gescheitheit ist offenbar das hervorstechendste Merkmal von mir.

Ich wurde ein Jahr frühzeitig, noch vor meinem sechsten Geburtstag, eingeschult. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich schon lesen, schreiben und rechnen. Da uns unsere Volksschullehrerin aber nicht erklärt hatte, dass Hausaufgaben unsere Pflicht seien, machte ich anfangs keine. Deswegen - und weil sich angeblich mein Sozialverhalten von dem der anderen Kinder unterschied - wollte mich meine Lehrerin zurückstellen. Als ich dann meine Hausaufgaben regelmäßig machte, war ich Klassenbester, und das Blatt wendete sich: Nun hieß es, sich sollte eine Klasse überspringen und mich still mit Büchern, die mich interessieren, beschäftigen, während der Rest der Klasse mühsam vor sich hinstottert. Das wollte ich aber nicht, denn mir war es wichtig, in die Klassengemeinschaft integriert zu sein. Kurz vor meiner Einschulung hatte ich meinen ersten Computer bekommen, einen Commodore 64. Ich liebte die Computerspiele, und jeden Freitag kamen einige Klassenkameraden zu mir nach Hause, um mit mir gemeinsam dem Spielen zu frönen. Ich las auch regelmäßig Computerzeitschriften und entwarf auf Papier eigene Spiele. Als ich acht Jahre alt war, begann ich dann, mir das Programmieren beizubringen. Seitdem habe ich immer viel mit dem Computer gemacht, unter anderem eine eigene Zeitschrift herausgegeben und Programmierwettbewerbe veranstaltet.

Da ich ein guter Schüler war, kam ich nach der vierten Klasse aufs Gymnasium. Dort sollte man acht Jahre verbringen, um dann die Matura zu machen und an einer Universität zu studieren. So war das für die "gescheiten" Kinder in Österreich vorgesehen. Matura habe ich mit 1,0 gemacht. Was ich danach machen sollte, war mir dann allerdings nicht klar. Für die Informatik sah ich den Zug abgefahren, denn ich hatte ja eine gymnasiale Oberstufe und keine HTL besucht - ich fürchtete die Konkurrenz durch die HTL-Absolventen. Also entschied ich mich für das Studienfach, das meine Eltern wünschten: die Medizin. Nach drei Jahren Medizinstudiums begann ich aber auch, parallel Informatik zu studieren. Zwischenzeitlich absolvierte ich meinen Zivildienst. Fast zwölf Jahre nach meiner Immatrikulation hatte ich schließlich beide Studienabschlüsse in der Tasche.

Ich wollte gerne wissenschaftlich arbeiten - in Privatdozent Dr. Uwe Rohr fand ich dazu einen kongenialen Partner. Es entstanden mehrere Publikationen über Hormone, seelische Störungen, das Immunsystem und Krebs. Geld dafür habe ich jedoch nicht bekommen. Von irgend etwas muss man aber auch leben. Kurz nach meinem Abschluss erhielt ich von einem Headhunter eine E-Mail, der mich für eine Wiener IT-Firma rekrutieren wollte. Ich ging zum Vorstellungsgespräch und beeindruckte die Leute dort mit meinen Fähigkeiten im Lösen von Denksportaufgaben - so bekam ich eine Anstellung als Praktikant. Als das Praktikum vorbei war, erhielt ich die Verständigung, dass ich den Turnus zum praktischen Arzt machen könnte. So arbeitete ich das nächste halbe Jahr im Spital, wo ich hauptsächlich für Tätigkeiten eingesetzt wurde, die eigentlich dem Pflegepersonal obliegen - für mich nicht sehr befriedigend. Es dauerte danach nicht lange, bis ich eine Anstellung in einer kleinen Software-Schmiede fand, und dort bin ich nun seit mittlerweile schon mehr als zwei Jahren.

Es fällt mir schwer zu glauben, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen gut durchs Leben komme. Für meinen Beruf als Informatiker brauche ich viel "Hirn", und das hat eben nicht jeder. Wahrscheinlich könnten neunzig Prozent der Bevölkerung nicht als Informatiker arbeiten. Aber offenbar kann man auch mit weniger "Hirn" seinen Lebensunterhalt verdienen. Ich kann mir das kaum vorstellen, aber es muss so sein. Als ich als Turnusarzt gearbeitet habe, ist mir aufgefallen, dass sich die anderen Ärzte immer nur dafür interessiert haben, bei welchen Krankheiten man welche Medikamente verabreichen kann, aber nicht dafür, wie diese Medikamente wirken. Offenbar kann man auch gut durchs Leben kommen, wenn man nur ein oberflächliches Interesse an seinem eigenen Fach hat.

Die Medien berichten immer so viel über Politik, und was sie schreiben, ist meist entweder langweilig oder ärgerlich. Ich verstehe nicht, warum nichts gegen die ausufernde Staatsverschuldung unternommen wird - oder warum niemand erklärt, warum diese offenbar kein Problem darstellt. Offenbar nehmen es die Leute hin, dass alles den Bach hinuntergeht, und haben kein echtes Interesse, etwas daran zu ändern - "nach mir die Sintflut". Im Prinzip kann man nur froh sein, wenn es in Österreich so friedlich bleibt wie bisher. In anderen Ländern ist das ja nicht mehr der Fall.

Der Nobelpreis für Literatur wurde dieses Jahr an den Popmusiker Bob Dylan vergeben - für mich ein klares Zeichen, dass die Populärkultur schon derart einflussreich und bedeutend geworden ist, dass die Trennung zwischen "unterhaltend" und "ernsthaft" hinfällig ist. Überhaupt gibt es in der Wissenschaft selten derart bedeutende Durchbrüche, wie sie eigentlich Voraussetzung für einen Nobelpreis sein müssten. Auch wenn man an herausragende theoretische Arbeiten wie Einsteins Relativitätstheorie denkt, dann sind sie eigentlich bei näherer Betrachtung gar nicht so spektakulär. Vor einigen Jahren wurde der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für die Entwicklung des Heirats-Algorithmus vergeben. Informatiker wie ich entwickeln tagtäglich vergleichbare Algorithmen. Wir müssten eigentlich alle mit einem Nobelpreis ausgezeichnet werden.

Inzwischen kann ich gar nicht mehr nachvollziehen, wie sich in der heutigen Zeit jemand für ein anderes Studium als Informatik entscheiden kann - außer als Zweitstudium. Sicherlich, es gibt viele interessante Dinge - Philosophie, Fremdsprachen, Chemie, Physik, Biologie zum Beispiel. Aber wenn man ein solches Studium absolviert, eignet man sich lediglich viel Wissen an, nicht aber Fähigkeiten, mit denen man kreativ tätig werden könnte. Das ist bei der Informatik anders.

Insgesamt bin ich mit meinem Leben eigentlich sehr zufrieden.

Samstag, 8. Oktober 2016

The Power of Bit Shifts

I have noticed that you can gain huge speed optimization by doing calculations involving powers of two in a clever way.

Originally I had several passages like this in my code:

for (int j = 0; j < n; j++) i |= Math.Pow(2, j);

When I replaced the generic Math.Pow call with a call to a new method, I already gained a lot of speed.

private static ulong Math_Pow2(int j) { return (ulong)1 << j; }

But that was not all I was able to do. I gained yet more speed by doing the loop this way:

for (int j = n, ulong Math_Pow2_j = 1; j > 0; j--, Math_Pow2_j <<= 1) i |= Math_Pow2_j;

From originally 5 minutes, I managed to improve the run-time of a calculation to less than 30 seconds.

Bit shifts can help getting your code a lot faster.

Freitag, 7. Oktober 2016

Enjoyable Postings

The older postings from this blog - I am primarily talking about the ones from July 2013 to roughly the year 2015 - are quite enjoyable. Perhaps that is also because they are in German. It might be the case that I can express my emotions better in my native language.

Perhaps I should start writing in German again.

Sonntag, 2. Oktober 2016

All Power is based on Violence

It is a sad fact that power is directly or indirectly related to violence. You cannot force anybody to do things he or she does not want to do unless you threaten him or her.

In our system the state has the monopoly on exerting violence, but all who have power in this system only have it because ultimately, the state can exert violence if the ruled do not comply.

Blog as a Playground

Now I have reactivated my blog, and I lack ideas what to write about, although this blog is a playground that enables me to write about anything I would like to write about.

It seems that much, very much, has already been said.

Intellect and Medicine

Some might have wondered why the older postings in this blog deal so much with intellect in general and so little with medicine in particular.

It is probably because medicine as a whole is so trivial, at least in my eyes. Sure, there are many unanswered questions, but little is done to explore them. Medical doctors primarily care about money, and they earn money by treating patients and prescribing drugs to them. It is not possible to work as a pure researcher if you want to make a living. Medicine only permits research in spare time while being employed as a physician.

The anti-intellectualism of our world, which is growing worse and worse due to immigration from anti-intellectual countries, is a big problem.

Konkurrenz

Erstaunlich: Ich habe diesen Blog ins Leben gerufen, um mit dem meistgelesenen Online-Tagebuch Österreichs, geschrieben von einem weltfremden, alten Mann, zu konkurrieren. Jetzt habe ich mir gedacht: Gut, ich könnte ein paar Themen aus seinem Blog kommentieren. Aber dann habe ich mir den Blog angesehen und kein Thema gefunden, das mich interessiert hätte.

Der Prozess von Graz? Uninteressant.
Das Staatsdefizit? Schon oft darüber geschrieben, alles klar, nichts geschehen.
Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf? Was interessiert es mich schon, welcher der beiden Kollektivisten es wird.

Und so weiter.

Man muss diesen Beitrag mit einem Augenzwinkern lesen. Offenbar liegt es mir fern, mit diesem alten Mann konkurrieren zu wollen, zumal unser beider Interessengebiete zu verschieden voneinander sind. Stellt sich nur die Frage, wie man erreichen könnte, dass dieser Blog zum meistgelesenen Blog Österreichs, wenn nicht gar der Welt, wird.

Cancer Immunotherapy

The media report much about the novel cancer immunotherapy, which is about supporting the patient's immune system to combat cancer. It is considered a breakthrough and the greatest revolution in cancer treatment since the introduction of chemotherapy in the 1940s.

At the same time it must be said that the idea of programming immune cells to "destroy and kill" cancer cells still follows the old paradigm. The new paradigm "modify and repair" is actually the far greater innovation. Soy isoflavones are supposed to trigger a humoral/genomic cascade that enables the transformation of undifferentiated, dysfunctional cancer cells to differentiated, functional tissue.

As everybody is so enthusiastic about immunotherapy, it will perhaps still take a couple of years or even a decade until the new paradigm will be applied on a large scale. At least I will then be able to say that I already knew the principle back in 2014.

Samstag, 1. Oktober 2016

This blog is back!

I decided that it would not do much harm to put the entire blog online again and not only the "best-of" collection that was online in the past two years. So I spent the entire day adding more than 300 blog postings manually. I would like to comment on them a bit. I will do this in German since most of the old postings are in German.

Ich habe viel über die Mitglieder des österreichischen Hochintelligenzvereins geschrieben. Eigentlich zu viel der Aufmerksamkeit. Das sind einfache Menschen, die bloß durch Zufall darauf gekommen sind, dass sie einen hohen Intelligenzquotienten haben. Das einfache Volk ist nicht so erzogen wie ich, immer Bücher zu lesen und nachzudenken. Ich sollte mich über diese Leute nicht wundern. So ist eben die Normalbevölkerung. Tatsache ist, dass ich mit Jahresende 2014 aus dem Verein ausgetreten bin. Er ist für mich entbehrlich geworden, eher eine Last als eine Bereicherung.

Die andere Sache, zu der ich mich äußern möchte, ist meine Kritik an der christdemokratischen Partei. Ich würde sie nicht mehr so hart formulieren wie in den vergangenen Beiträgen. Mag sein, dass diese Partei gewisse hässliche Seiten aufweist, aber sie hat auch ihr Gutes: Sie ist für Privateigentum, und wenn es sie nicht gäbe, wäre Österreich wahrscheinlich entweder ein sozialistisches oder ein national-faschistisches Land.