Donnerstag, 20. Juli 2017

Gedanken zu C.G. Jung

Folgende Erkenntnisse habe ich gewonnen:

1. Beim Persönlichkeitstyp sollte man E oder I nicht beachten, weil die Funktionen ohnehin gleich sind, nur in geringfügig anderer Reihenfolge. Ein Drei-Buchstaben-Code ergibt Sinn.

2. Es sind also acht Typen, die sich durch eine extravertierte und eine introvertierte Funktion ergeben, von denen eine rational und die andere irrational ist.

3. Man könnte die Typen, bei denen die rationale Funktion extravertiert ist, als synthetisch bezeichnen, die anderen als analytisch.

4. Ich glaube, die Typen recht gut verstanden zu haben und auch zu wissen, wo ich hingehöre und wo nicht. Man sollte jeden Typ nicht als Persönlichkeitstyp, sondern als Funktionstyp betrachten. Bei jedem Menschen könnte man ermitteln, zu wie viel Prozent er welchem Funktionstyp entspricht. Eventuell vereinfacht, indem man weiterhin mit den Dichotomien S/N, T/F und J/P arbeitet und die Prozentsätze miteinander multipliziert.

NTP (Extravertierte Intuition, Introvertiertes Denken)
Extravertierte Intuition holt sich Anregungen von der äußeren Welt und gibt ihnen eine Bedeutung. Introvertiertes Denken analysiert die auf diese Weise gewonnen Eindrücke und führt zu neuen Erkenntnissen. Das ist mein Haupttyp, so funktioniere ich die meiste Zeit, wenn ich frei von äußeren Einflüssen stehe. Ein analytischer Typ.

NTJ (Introvertierte Intuition, Extravertiertes Denken)
Introvertierte Intuition heißt, sich Dinge vorzustellen und Ideen zu generieren. Extravertiertes Denken bedeutet, diese Ideen umzusetzen. Auch auf diese Weise funktioniere ich bisweilen - als Kind wahrscheinlich öfter als heute. Es ist auch der Funktionstyp, der in meinem Beruf am häufigsten gebraucht wird - ich arbeite als Software-Entwickler. Kreativ, innovativ. Ein synthetischer Typ.

NFP (Extravertierte Intuition, Introvertiertes Fühlen)
Mit introvertiertem Fühlen werden die Eindrücke, die man durch die extravertierte Intuition gewinnt, beurteilt. Es kommt also zu einem Urteil über eine Situation, über das Verhalten anderer Menschen oder ähnlichem. Auch davon mache ich oft Gebrauch, zum Beispiel, wenn ich Diskussionen im Internet lese und mir eine Meinung bilde. Ein analytischer Typ.

STJ (Introvertierte Sensorik, Extravertiertes Denken)
Introvertierte Sensorik zu benutzen heißt, sich an erlernte Fakten oder Regeln zu erinnern, extravertiertes Denken in diesem Zusammenhang, diese zu befolgen. Diese Funktion benutzt man, wenn man Routinetätigkeiten nachgeht. Ich habe das sehr oft getan, etwa wenn ich Artikel korrekturgelesen und nach Grammatik- und Rechtschreibfehlern gesucht habe. Auch das etwas, das mir liegt. Ein synthetischer Typ.

SFP (Extravertierte Sensorik, Introvertiertes Fühlen)
Extravertierte Sensorik bedeutet, Dinge der äußeren Welt wahrzunehmen, zum Beispiel die Schönheit einer Person oder eines Gemäldes oder den Geschmack einer Speise. Man könnte also sagen, das sei der Typ, wenn es ums Genießen geht. Da ich gerne esse und trinke und auch Kunst genieße, ist auch dieser Typ bei mir stark ausgeprägt. Ein analytischer Typ.

Die übrigen drei Funktionstypen sind bei mir weniger bis gar nicht ausgeprägt. Anfangs hatte ich Probleme, mir vorzustellen, was damit überhaupt gemeint war. Erst nach längerem Überlegen habe ich erkannt, worum es geht.

STP (Extravertierte Sensorik, Introvertiertes Denken)
Dinge im Detail wahrzunehmen und darüber nachzudenken? Das braucht man zum Beispiel, wenn es ums Auswendiglernen geht. Das ist mir noch nie gelegen und war auch Hauptgrund, warum ich das Medizinstudium so mühsam fand.

NFJ (Introvertiere Intuition, Extravertiertes Fühlen)
Das ist der Funktionstyp, den Eltern beim Erziehen ihrer Kinder anwenden, wenn sie versuchen, die Kinder nach ihren Vorstellungen zu formen. Abgesehen davon, dass ich keine Kinder habe, ist es mir wesensfremd, Menschen nach meinen Vorstellungen formen zu wollen.

SFJ (Introvertierte Sensorik, Extravertiertes Fühlen)
Hier dürfte es darum gehen zu beurteilen, ob Regeln eingehalten worden sind, und im Falle einer Nichteinhaltung diejenigen, die gegen die Regeln verstoßen, zu bestrafen. Überhaupt ist extravertiertes Fühlen mir wesensfremd - das ist auch Grund, warum ich Probleme habe, wenn mich jemand anschreit oder mir Prügel androht. Für mich ist ein derartiges Verhalten unnatürlich, ich weiß nicht, wie ich darauf reagieren sollte.

Ich würde meinen, ungefähr folgendem Typ zu entsprechen:

S/N - 90% N
T/F - 80% T
J/P - 60% P

Ergibt folgende Funktionstypen:

NTP - 43,2%
NTJ - 28,8%
NFP - 10,8%
NFJ - 7,2%
STP - 4,8%
STJ - 3,2%
SFP - 1,2%
SFJ - 0,8%

Die Diskrepanz zwischen diesem und der obigen Auflistung zeigt, dass eine prozentuelle Gewichtung der Dichotomien nicht befriedigend ist. Besser ist es, die Funktionstypen einzeln abzuprüfen.

Montag, 10. Juli 2017

Moral

Meine Gedanken gingen heute in die Richtung, dass es gerechter wäre, die Menschen nach ihrer Moral zu beurteilen als nach ihren Fähigkeiten. Dabei ist mir aber als problematisch erschienen, dass Moral subjektiv ist. Es gibt Menschen, die moralisch höher stehen als die Gesellschaft als Ganzes, aber von manchen aufgrund ihrer mangelhaften Anpassung an die Gesellschaft als moralisch unterdurchschnittlich angesehen werden. So gesehen, ist auch Moral kein taugliches Kriterium.

Am ärgsten sind Leute, die moralisch nicht hochstehend sind, aber so tun, als ob sie es wären, und andere maßregeln. Meiner Erfahrung nach werden gerade solche Leute in Internet-Foren oft zu Moderatoren gewählt. Ein Missstand, der beseitigt gehört. Aber vielleicht spiegelt das nur den Entwicklungsstand der Gesellschaft.