Mittwoch, 23. August 2017

Warum ich hier wenig über Politik schreibe

Wenn man diesen Blog so liest, könnte man meinen, dass ich sehr mit mir selbst beschäftigt sei.

In Wirklichkeit denke ich aber mehr über die Probleme der Menschheit und Österreichs nach und überlege, wie man das Ärgste verhindern könnte.

Da ich aber nur ein normaler Bürger und kein hochrangiger Politiker bin, steht mir nur ein eingeschränktes Maß an glaubwürdiger Information zur Verfügung. Bevor ich mich in wilde Spekulationen stürze, halte ich mich daher mit öffentlichen Äußerungen zurück.

Dienstag, 22. August 2017

Der Begriff "Kognitive Begabung"

Ich ziehe es vor, das, was Intelligenztests zu messen vorgeben, als "kognitive Begabung" zu bezeichnen. Denn das Wort "Intelligenz" ist bei vielen Menschen negativ konnotiert; insbesondere reagieren viele empfindlich, wenn man an ihrer "Intelligenz" zweifelt, während es wahrscheinlich als weniger ärgerlich empfunden würde, stellte man ihre "kognitive Begabung" in Frage. Das Wort "Intelligenz" möchte ich nur mehr verwenden, wenn damit eine bestimmte soziale Schicht, die hochgebildet und intellektuell tätig ist, gemeint ist; es sei denn, ich zitiere eine Arbeit, in der kognitive Fähigkeiten explizit als "Intelligenz" bezeichnet werden.

Mittwoch, 16. August 2017

Digital Art Natives

The wonderful German-language book "Digital Art Natives: Praktiken, Artefakte und Strukturen der Computer-Demoszene" by Dr. Doreen Hartmann is now available at Amazon and other online book stores.

It mentions Hugi several times, e.g. on page 111:
Drei der wichtigsten Diskmags sind: ZINE, das von 1989 bis 1991 als Amiga-Diskmag und erneut 2007 und 2008 für Windows und als Online-Magazin herausgegeben wurde (http://zine.bitfellas.org) sowie PAiN, das von 1994 bis 2007 produziert wurde (http://pain.scene.org) und Hugi, ein PC-Magazin, das seit 1996 herausgegeben wird und mittlerweile 38-mal veröffentlicht wurde (http://hugi.scene.org).
(Three of the most important diskmags are: ZINE, which was published from 1989 to 1991 as an Amiga diskmag and again 2007 and 2008 for Windows and as an online magazine, PAiN, which was produced from 1994 to 2007, and Hugi, a PC magazine that has been released 38 times since 1996.)
On page 125:
Bis heute fehlen in den Publikationen, die ihren Blick allgemein auf digitale Kulturen richten, fast durchweg die Auseinandersetzungen zur Demoszene. Eine Ausnahmen [sic] ist das Standardwerk Leben in Szenen, das in Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt zu Jugendkulturen an der TU Dortmund unter Leitung des Soziologen Prof. Dr. Ronald Hitzler entstand. Dass die Demoszene hier Erwähnung findet, begründet sich wohl dadurch, dass persönliche Bezüge der Mitarbeiter seiner Forschungsgruppe zur Demoszene bestehen. Der Autor des Eintrags zur Demoszene, Claus-Dieter Volko (aka Adok), ist auch Herausgeber des Demoszene-Diskmags Hugi.
(Until now almost all publications that deal with digital cultures lack discussion of the demoscene. An exception is the state-of-the-art work Leben in Szenen, which was created in the course of a research project on youth culture at the TU Dortmund under the leadership of the sociologist Prof. Dr. Ronald Hitzler. The fact that the demoscene is mentioned in it seems to be because there are personal relations of members of his research group to the demoscene. The author of the entry about the demoscene, Claus-Dieter Volko (aka Adok), is also the editor of the demoscene diskmag Hugi.)
On page 185/186:
So wurden in der Demoszene noch in den 1990er-Jahren reine Size Coding-Wettbewerbe ausgerufen, die vollständig ohne audiovisuellen Output auskamen. Nur die Dateigrößen der Algorithmen, die zur Lösung eines vorgegebenen Problems programmiert worden waren, wurden dabei verglichen; seit den 2000er-Jahren haben sie jedoch stetig an Bedeutung verloren. Die letzte, seitens des Szene-Magazins Hugi ausgerufene Size Coding-Competition fand 2009 unter geringer Beteiligung statt (vgl. http://www.hugi.scene.org/compo/compoold.htm).
(In the 1990s, there were still size coding competitions in the demoscene which were not about audiovisual output. The only thing that counted: the size of the files of the algorithms that were developed to solve a given problem. Since the 2000s these competitions have vanished. The last size coding competition organized by the scene magazine Hugi was held in 2009 and not many people participated.)
A review of the book (also in German) can be found at: http://www.bitfellas.org/e107_plugins/content/content.php?content.2886

The Hugi Staff congratulates Dr. Doreen Hartmann on this wonderful book!

Dienstag, 15. August 2017

Wissenschaftler

Ein Bekannter hat Physik studiert, wollte dann aber nicht in die Forschung gehen, weil seiner Meinung nach Wissenschaftler "komische Menschen" seien.

Ich kann sehr wohl gut mit Wissenschaftlern umgehen. Man muss dabei nur drei Regeln beachten:

1. Wissenschaftler wollen bewundert werden. Manche zeigen es nicht, dass sie von einem Kompliment beeindruckt sind, freuen sich aber innerlich sehr wohl.

2. Man darf keinesfalls den Eindruck erwecken, fachlich inkompetent zu sein, sonst wird das Gegenüber unfreundlich und unwirsch. Man muss also vermeiden, Wissenslücken und fehlendes Verständnis zu zeigen.

3. Umgekehrt wird man, wenn man zeigt, dass man mehr weiß als das Gegenüber, von diesem mit Misstrauen betrachtet und als Konkurrent wahrgenommen.

Mittwoch, 9. August 2017

Kognitive Begabung

Kognitive Begabung kann meiner Ansicht nach nur durch einen Intelligenztest gemessen werden. Eine Schätzung aufgrund von Leistungen oder anderen Daten halte ich für unseriös.

Es gibt vier Arten von Intelligenztests:
1. wissenschaftlich anerkannte,
2. wissenschaftlich nicht anerkannte, aber halbwegs seriöse,
3. eher zweifelhafte,
4. absolut unseriöse (Scherz-Tests).

Ich möchte festhalten, dass mich sehr wohl interessiert, wie hoch meine kognitive Begabung im Vergleich zur Gesamtbevölkerung bzw. zu diversen "Peer-Groups" ist; nur zu wissen, dass ich insgesamt gesehen überdurchschnittlich intelligent bzw. "nicht blöd" bin, reicht mir nicht aus. Es geht dabei vor allem darum einzuschätzen, welchen Beitrag ich zur Gesellschaft leisten kann bzw. welche Rolle ich übernehmen sollte.

1.1 Ich habe 2004 bei Dr. Georg Fischhof einen wissenschaftlich anerkannten Intelligenztest absolviert. Mir wurde dabei ein IQ von 145 auf einer Skala mit Standardabweichung 16 attestiert. Das entspricht ungefähr einem IQ von 142 auf der im deutschen Sprachraum üblichen Skala mit Standardabweichung 15.
1.2 Ich habe vergangenes Jahr die IQ-Test-App verwendet, die von Studierenden der Uni Rostock entwickelt worden ist. Dabei wurde mir ein IQ von 146 attestiert. Ich nehme an, auf der Skala mit Standardabweichung 15. Der Test ist an mehreren tausend Probanden normiert, also aussagekräftig.
2. Die Website www.iqexams.net scheint mir äußerst seriös zu sein - sie wird aber von Laien ohne Ausbildung in Testpsychologie betrieben, daher sind die Tests nicht wissenschaftlich anerkannt. Ich habe dort mehrere Tests absolviert, und mir wurde als Gesamtwert aller Tests ein "Real IQ" von 144 (Standardabweichung 15) attestiert.
3. In verschiedenen Tests im Internet habe ich teilweise höchst unterschiedliche Werte erreicht, jedoch fast immer über 140, oft sogar über 150, in einigen wenigen Fällen sogar über 160. Den Aufnahmetest des österreichischen Hochintelligenzvereins rechne ich auch zu den eher zweifelhaften Tests; ich finde es in diesem Zusammenhang ärgerlich, dass Mitglieder dieses Vereins in der Vergangenheit die Ansicht geäußert haben, mein wirklicher IQ könne nicht höher sein als das, was im Aufnahmetest dieses Vereins herausgekommen ist - mir wurde in diesem Test ein IQ von 134 attestiert, de facto habe ich aber in seriösen Tests, wie bereits geschrieben, deutlich höhere Ergebnisse erzielt.

Insgesamt ist es seriös anzunehmen, dass mein Intelligenzquotient über 140 liegen dürfte. Wahrscheinlich liege ich im Grenzbereich zwischen Hochbegabung (IQ über 130) und Höchstbegabung (IQ über 145). Das heißt, wenn wir bescheiden bleiben, werden nur etwa 1 bis 3 von 1000 Menschen (auf dem europäischen Kontinent) ungefähr so intelligent sein wie ich.

Es bringt schon einen Informations-Vorteil mit sich, wenn man weiß, dass man zu den Top 0,3% gehört, verglichen damit, nur zu wissen, dass man über dem Durchschnitt liegt - das könnte ja im Prinzip auch bedeuten, dass 50% der Bevölkerung klüger sind als man selbst (wenn man überdurchschnittlich als "höher als das arithmetische Mittel" definiert; manchmal werden auch "nur" die Top 15% als überdurchschnittlich intelligent bezeichnet, was immer noch viel mehr ist als 0,3%).

Es bedeutet, dass man - unter der Voraussetzung, dass man ein ausreichendes Maß an Zeit investiert - bei der Beschäftigung mit Dingen, die einen interessieren, zu Erkenntnissen gelangen wird, die den meisten Menschen mit gleichen Interessen und vergleichbarem Zeitbudget verborgen bleiben.

"Aber der Neoliberalismus ..."

Ich habe mit einem Anhänger der Grünen diskutiert, der sich verwundert zeigte, dass ich die NEOS unterstütze. "Aber der Neoliberalismus richtet doch viel Schaden an!"

"Neoliberalismus" ist ein Kampfbegriff, der von der radikalen Linken geschaffen wurde, um - durchaus fragwürdige - wirtschaftliche Exzesse mit der Idee des Liberalismus in Verbindung zu bringen, gegen die jemand mit gesundem Menschenverstand nichts einzuwenden haben kann.

Im Grunde genommen konstituiert das Verwenden des Begriffs "Neoliberalismus" durch diese radikalen Linken den Tatbestand der Verleumdung.

Zum Thema Fremdenfeindlichkeit zwei Gedanken

Zum Thema Fremdenfeindlichkeit zwei Gedanken:

1. Es ist ganz natürlich, dass sich ein Mensch lieber mit Personen umgibt, die ihm selbst ähnlich sind.

2. Es gibt sehr viele Menschen, die in der Schule schlecht waren, im Studium versagt haben, im Beruf wenig Erfolg gehabt haben usw., aber aufgrund ihrer Abstammung und ihrer Kultur sich für "echte Österreicher" und somit für die "Herren" über dieses Land halten.

Dass Parteien, die sich Ausländern gegenüber kritisch äußern, in Umfragen gute Werte erzielen, ist daher nicht verwunderlich; es ist aber auch nicht unbedingt der Kern des Problems. Der Kern des Problems ist schlicht und ergreifend, dass es Durchschnittliche gibt, die Überdurchschnittliche - zum Beispiel im Beruf - benachteiligen.

Das Gute am Schulsystem ist, dass in der Schule meistens sehr wohl die Überdurchschnittlichen die besseren Noten bekommen (außer im Fall, sie stammen aus einem bildungsfernen Elternhaus). Das genügt aber oft nicht, um die Durchschnittlichen in die Schranken zu weisen. Der Nazi-Führer war ein schlechter Schüler und wurde trotzdem Reichskanzler, womit er dann die Macht bekam, an den Überdurchschnittlichen Massenmorde zu verüben.

Der Kern des Problems liegt in der Normalverteilung der menschlichen Eigenschaften begründet (Gaußsche Glockenkurve). Diese hat zur Folge, dass es relativ viele Durchschnittliche und nur wenige Überdurchschnittliche gibt. Deswegen haben in einer Demokratie meistens diejenigen, welche die Interessen der Durchschnittlichen vertreten, das Sagen und können die Benachteiligung der Überdurchschnittlichen durchsetzen. Parteien wie NEOS, welchen die Interessen der Überdurchschnittlichen ein Anliegen sind, bleiben meist allenfalls kleine Parlamentsfraktionen ohne echte Macht.

Montag, 7. August 2017

Reproduktion falscher Eliten

Das Schulsystem in Österreich sieht vor, dass Kinder, die in Mathematik und Sprachen gut sind, aufs Gymnasium kommen. Die Realität ist aber, dass Akademiker genau wissen, worauf in der Schule Wert gelegt wird, und ihre Sprösslinge darauf trimmen, entsprechende Leistungen zu erbringen. So kommen, unabhängig von der tatsächlichen Begabung, Akademiker-Kinder meist aufs Gymnasium. Es ist auffällig, dass viele von ihnen während der Gymnasial-Zeit in ihren Leistungen stark nachlassen, um dann, kurz vor der Matura, sich wieder mehr anzustrengen. Denn es ist bekannt, dass die Schulnoten die Arbeitgeber nicht interessieren, aber manche ein Matura-Zeugnis verlangen.

Das System ist dazu gedacht, nach der Begabung zu selektieren, selektiert aber in der Realität danach, wessen Eltern dieses System am besten durchschaut haben.

Wenn man sich dann im österreichischen Hochintelligenzverein umhört, stellt man fest, dass die meisten dort bildungsfern sind und ihnen die Schullaufbahn ihrer Sprösslinge nichts bedeutet.

So kommt es eben zur Reproduktion der "faux élites".

Das Problem scheint mir zu sein, dass das Schulsystem mehr Selektions-Instrument denn Ausbildungsstätte darstellt. Wer weiß, was er tun muss, um durchzukommen und gute Noten zu bekommen, der hat Erfolg. Wer das nicht weiß, bleibt über. Beigebracht wird niemandem etwas. Zudem haben bildungsferne Eltern offenbar kein Interesse daran, sich schlau zu machen. Es herrscht in dieser Klasse ein Geist der Resignation vor. Viele wissen offenbar nicht einmal, was es heißt, zu lernen, sich anzustrengen, Leistung zu erbringen und Erfolg zu haben. Diese Leute glauben wohl, denen, die in der Schule gut sind, flöge alles einfach so zu.

In einer Standes- und Konkurrenzgesellschaft mag es erwünscht sein, sich Mitbewerber fernzuhalten. Wenn es jedoch darum geht, gemeinsam Probleme zu lösen, ist es sinnvoll, in die Ausbildung aller Staatsbürger zu investieren.

Leider ist es meiner Erfahrung nach schwierig, Menschen aus bildungsfernen Schichten zur Räson zu bringen. Sie sind zu stur.

Sonntag, 6. August 2017

Das Kartell (Kurzgeschichte)

Kapitel I: Wie es tatsächlich zugegangen sein könnte

An einem Wiener Nobelgymnasium gab es einen sehr begabten Schüler namens Michi, der regelmäßig seine Hausaufgaben machte und für die Prüfungen lernte. Er bekam fast immer lauter Einser.

In seiner Klasse gab es eine Clique aus vier Schülern, Franzi, Philipp, Johannes und Stefan. Diese waren allesamt in der Schule eher schlecht, weil sie dem Unterricht geistig zu folgen nicht imstande waren. Aber sie hielten wie eine verschworene Gemeinschaft zusammen und gingen auf alles los, was sich ihnen in die Quere stellte - und auch darauf, was sich friedlich gab, ihnen aber dennoch nicht passte. Wie Michi. "Streber! Brillenschlange! Loser! Aus dir wird nichts werden!" riefen sie ihm zu, und sie drohten ihm mit der Faust: "Solltest du dich nicht ändern, werden wir's dir zeigen!"

Michi erzählte seinen Eltern von diesem Mobbing. Sein Vater meinte: "Gut, beobachten wir das Ganze. Wenn es schlimmer wird, werden wir es melden. Bitte gib mir auch weiterhin Bescheid, was sich bei euch in der Klasse tut."

Nach einiger Zeit kam die Clique darauf, dass Michi ihnen nützlich sein konnte - nämlich, um die Hausübungen abzuschreiben. "Gib uns deine Hausaufgaben, oder es knallt!" Da dachte sich Michi: Besser, ich gebe ihnen meine Hefte zum Abschreiben, als ich werde verprügelt. So habe ich wenigstens meine Ruhe.

Doch Michi erzählte auch weiterhin seinen Eltern, was Sache war, und der Vater meinte, dass das alles eigentlich nicht in Ordnung sei. Er bat Michi, seinen Mitschülern künftig nicht mehr die Hausübungen zu überlassen. Sollten sie Gewalt androhen, werde er zum Klassenlehrer gehen.

Michi dachte sich zwar, dass es ein Fehler sein würde, nicht mehr nachzugeben, doch schließlich folgte er seinem Vater und weigerte sich, die Clique die Hausübungen abschreiben zu lassen. Die Faulpelze, die sich bereits daran gewöhnt hatten, ihre Hausaufgaben nicht selbst zu machen, waren ganz außer sich. Abermals drohten sie mit Gewalt. Schließlich kam es dazu, dass sie Michis Schultasche gewaltsam an sich rissen, um die Hausübungen zu bekommen.

Michis Vater platzte der Kragen, als er dies erfuhr, und ging zum Klassenlehrer. "Sie haben in Ihrer Klasse eine ganz gemeine, asoziale Clique! Wenn Sie nichts dagegen unternehmen, nehme ich meinen Sohn von der Schule!" Der Klassenlehrer versprach, er werde sich darum kümmern.

Nun, was tat der Klassenlehrer? Er sah sich an, um welche Kinder es sich handelte und was ihre Eltern von Beruf waren. Ärzte, Anwälte, Architekten, Ingenieure - es waren allesamt Kinder aus gutem Hause. Außerdem waren sie römisch-katholisch. Also war nichts gegen sie einzuwenden. Das Einzige, was der Klassenlehrer tat: Er setzte ihre Betragensnote von "sehr zufriedenstellend" auf "zufriedenstellend" herab. Ansonsten blieb alles beim Alten.

Die Folge war, dass Michi ab dem kommenden Schuljahr eine andere Schule besuchte. Auch an dieser Schule gab es eine ähnliche Clique, und Michi hatte ähnliche Probleme.

Was wurde aus diesen Leuten?

Nun, Franzi, Philipp, Johannes und Stefan machten Matura, fingen ein Studium an und schlossen sich einer römisch-katholischen Studentenverbindung an. Obwohl sie fachlich nicht ganz auf der Höhe waren, machten sie dank ihrer "Connections" Karriere und wurden schließlich Universitätsprofessoren. Den Nobelpreis hat allerdings keiner von ihnen bekommen.

Michi machte auch Matura (natürlich mit Auszeichnung), studierte, weigerte sich aber, sich einer römisch-katholischen Studentenverbindung anzuschließen. Nach der Promotion bekam er - trotz guter Noten - keine Anstellung an der Universität. Schließlich blieb ihm nichts anderes übrig, als sich seinen Lebensunterhalt als Taxifahrer zu verdienen.


Kapitel II: Wie es richtig gewesen wäre

Sobald der Klassenlehrer vom asozialen Verhalten seiner Schüler Wind bekommen hätte, hätte er die Polizei rufen müssen. Diese hätte zusammen mit einem Scharfrichter an die Schule kommen und verlautbaren müssen: "Auf asoziales Verhalten steht die Todesstrafe! Wo sind die asozialen Schüler, damit wir an ihnen ein Exempel statuieren können?" Franzi, Philipp, Johannes und Stefan hätten hervortreten müssen. Der Scharfrichter hätte dann gesagt: "Ihr müsst ab nun die Hauptschule besuchen!"

Michi wäre ein gefeierter Universitätsprofessor und Nobelpreisträger geworden.


Anmerkung: Nach US-amerikanischem Strafrecht ist "Verschwörung" ein Kapitalverbrechen und härter zu bestrafen als Mord.

Freitag, 4. August 2017

Medizinstudium - Vorschlag für den Studienplan

Hier noch ein Vorschlag, wie man das Medizinstudium aufbauen könnte, damit es einerseits das Wissen und Können abdeckt, das man als Arzt braucht, und andererseits mit ein wenig Fleiß und Disziplin in der Mindestzeit schaffbar ist.

1. Semester, 1. Hälfte
- VO Anatomie I: Bewegungsapparat
- VO Zellbiologie und Genetik
- VO Ausgewählte Kapitel der Physik und der Chemie
- PR Erste Hilfe

1. Semester, 2. Hälfte
- VO Anatomie II: Innere Organe
- VO Physiologie I: Vegetative Physiologie
- VO Histologie I
- PR Histologie I
- PR Physiologie I

2. Semester, 1. Hälfte
- VO Anatomie III: Nervensystem
- VO Physiologie II: Neuro- und Sinnesphysiologie
- VO Histologie II
- PR Histologie II
- PR Physiologie II

2. Semester, 2. Hälfte
- VO Biochemie
- PR Sezierkurs
- PR Biochemie

3. Semester, 1. Hälfte
- VO Allgemeine Pathologie
- VO Allgemeine Pharmakologie
- VO Psychologie
- PR Ärztliche Gesprächsführung

3. Semester, 2. Hälfte
- VO Radiologie
- VO Mikrobiologie und Hygiene
- VO Toxikologie
- PR Physikalische Krankenuntersuchung

4. Semester, 1. Hälfte
- VO Endokrines System und Immunsystem (Pathophysiologie, Pharmakologie)
- UE Problemorientiertes Lernen, Fallstudien

4. Semester, 2. Hälfte
- VO Nervensystem und Sinnesorgane (Pathophysiologie, Pharmakologie)
- UE Problemorientiertes Lernen, Fallstudien

5. Semester, 1. Hälfte
- VO Blutbildendes und lymphatisches System (Pathophysiologie, Pharmakologie)
- UE Problemorientiertes Lernen, Fallstudien

5. Semester, 2. Hälfte
- VO Herz-Kreislauf-System (Pathophysiologie, Pharmakologie)
- UE Problemorientiertes Lernen, Fallstudien

6. Semester, 1. Hälfte
- VO Respiratorisches System (Pathophysiologie, Pharmakologie)
- UE Problemorientiertes Lernen, Fallstudien

6. Semester, 2. Hälfte
- VO Haut (Pathophysiologie, Pharmakologie)
- UE Problemorientiertes Lernen, Fallstudien

7. Semester, 1. Hälfte
- VO Digestives System (Pathophysiologie, Pharmakologie)
- UE Problemorientiertes Lernen, Fallstudien

7. Semester, 2. Hälfte
- VO Hepato-biliäres System und Biotransformation (Pathophysiologie, Pharmakologie)
- UE Problemorientiertes Lernen, Fallstudien

8. Semester, 1. Hälfte
- VO Ausscheidungsorgane (Pathophysiologie, Pharmakologie)
- UE Problemorientiertes Lernen, Fallstudien

8. Semester, 2. Hälfte
- VO Sexualorgane (Pathophysiologie, Pharmakologie)
- UE Problemorientiertes Lernen, Fallstudien

9. Semester, 1. Hälfte
- VO Psychiatrie
- VO Gynäkologie und Geburtshilfe

9. Semester, 2. Hälfte
- VO Gerichtliche Medizin
- VO Kinderheilkunde

10. Semester, 1. Hälfte
- VO Medizinische Soziologie / Sozialmedizin
- VO Orthopädie und Unfallchirurgie

10. Semester, 2. Hälfte
- VO Zahnmedizin
- VO Notfallmedizin

11. und 12. Semester
Klinisch-praktisches Jahr

Nach Absolvierung der Prüfung über Psychologie und der Praktika Ärztliche Gesprächsführung und Physikalische Krankenuntersuchung (3. Semester) sind Pflichtfamulaturen möglich.

Im Laufe des Studiums ist zudem eine bestimmte Anzahl an Wahlfächern zu absolvieren.

Nach dem positiv beurteilten 8. Semester sollte es möglich sein, durch Verfassen einer Bakkalaureatsarbeit den Titel "Bachelor of Science" zu bekommen.

Wenn der hier von mir entworfene Studienplan zu meiner Zeit Realität gewesen wäre, hätte ich das Studium wahrscheinlich nach dem 8. Semester mit dem Erreichen des "Bachelor" beendet, denn das, was ich für die Semester 9 bis 12 vorgesehen habe, ist wirklich nur relevant, wenn man als Arzt arbeiten möchte.

Die Pflichtfamulaturen sollte man im übrigen auch nur machen müssen, wenn man als Doktor der Medizin abschließen möchte. Bachelor sollte man auch werden können, ohne eine einzige Pflichtfamulatur absolviert zu haben.

Dienstag, 1. August 2017

Meine Talente

Dr. Uwe Rohr war der einzige echte Freund, den ich in den letzten Jahren hatte. Er war tatsächlich bereit, mir zu helfen. Alle anderen, die ich kannte, waren entweder mit ihren eigenen Problemen beschäftigt oder sahen mich als Rivalen an.

Dabei nahm Uwe in erster Linie mein "geisteswissenschaftliches", also schriftstellerisches Talent wahr. Er erkannte aber nicht, dass es sich dabei nicht um mein größtes Talent handelte.
Wahrscheinlich war Uwe von meinen schriftstellerischen Fähigkeiten hauptsächlich deswegen beeindruckt, weil das Schreiben eine seiner Schwächen war. Man findet ja meistens vor allem das eindrucksvoll, was man selbst nicht kann. Uwe führte mein scheinbar größtes Talent darauf zurück, dass meine Mutter Lehrerin war, und glaubte, meine Mutter wäre wohl studierte Germanistin und würde Deutsch an einem Gymnasium unterrichten - dabei war meine Mutter lediglich Volksschullehrerin. Die Rechtschreibregeln beherrschte eher mein Vater, die Ausdrucksfähigkeit erwarb ich durch das Lesen von Büchern. Uwe hat sich also geirrt - meine Mutter hat mir das Schreiben nicht beigebracht, vielleicht abgesehen davon, dass sie mich in meiner Volksschulzeit immer wieder dazu ermuntert hat, einen Aufsatz zu schreiben. Beigebracht habe ich mir das Schreiben schon selbst.
Meine Motivation dazu bestand hauptsächlich darin, dass ich als Kind die Erfahrung gemacht habe, in Gesprächen oft nicht ernst genommen zu werden - sowohl von Gleichaltrigen als auch von Erwachsenen wurden meine Äußerungen oft ignoriert oder zumindest nicht verstanden. Durch das Aufschreiben der Gedanken bestand wenigstens die Möglichkeit, diese aufzubewahren. Später hatte ich Brieffreunde, mit denen ich schriftlich diskutieren konnte. Ohne Zeitdruck war es dann meist möglich, eine Antwort auf Dinge, die mich bewegten, zu erhalten.
Aber das Schreiben ist nicht mein größtes Talent. Meine Fähigkeiten auf diesem Gebiet sind lediglich hochentwickelt, weil meine Motivation zu schreiben sehr hoch war und ich deswegen viel Übung gewann. Meine Kenntnisse der englischen Sprache sind ebenso hauptsächlich auf die Motivation zurückzuführen, mit Hilfe dieser Sprachkenntnisse mit Menschen aus aller Welt kommunizieren zu können - deswegen hatte ich ein großes Interesse daran, diese Sprache ordentlich zu erlernen. Aber echtes Talent habe ich eher im mathematischen Bereich.

Der mathematische Bereich ist das Gebiet, wo meine eigentlichen Stärken liegen. Nur ist das Interesse, die Motivation, mich damit zu beschäftigen, vergleichsweise gering. Ich hatte es als Achtjähriger gern, dass mich mein Vater zwang, die Differentialrechnung zu erlernen und zu üben. Das machte mir Spaß. Aber selbst habe ich mich wenig mit Mathematik beschäftigt, weil es immer andere Prioritäten gab.
Programmieren könnte man als angewandte Mathematik bezeichnen. Insofern habe ich auch ein Talent fürs Programmieren. Im Alter von 8 bis 14 Jahren habe ich viel programmiert. Danach ist auch dieses Talent brach gelegen, bis ich während des Studiums wieder angefangen habe, gelegentlich Computerspiele zu entwickeln.

Mir wurde früher oft vorgeworfen, ich könne nicht mit Menschen umgehen. Wenn mir das heute noch jemand vorwerfen sollte, reagierte ich beleidigt, denn ich habe seit meiner Studienzeit versucht, den Umgang mit Menschen aktiv zu erlernen. Wenn jemand querschnittsgelähmt ist, wird er das Gehen nie erlernen; wenn man aber nicht behindert ist, kann man durchaus lernen, wie man mit Menschen umgehen sollte, auch wenn man, wie ich, in seiner Kindheit zurückgezogen gelebt hat und in der Schulzeit immer der Jüngste in der Klasse war und somit nicht ganz in die Klassengemeinschaft hineingepasst hat. Jemandem ewig den Vorwurf zu machen, er könne nicht mit Menschen umgehen, weil man früher diesen Eindruck gehabt hat, ist unfair.

"Der Claus kann lernen, deshalb macht er das. Was kann der Claus? Er kann lernen." So hat mich ein Vereinsmitglied, das über eher wenig Allgemeinbildung verfügte, immer aufgezogen, als ich noch studiert habe. Sich Wissen anzueignen ist aber nicht dasselbe wie auswendig lernen. Auswendig lernen muss man leider für die Prüfung, denn die Prüfer legen meist großen Wert auf den Wortlaut. Während meines Studiums bin ich aber auf den Geschmack gekommen, mir Wissen, das ich interessant fand, anzueignen, unabhängig davon, ob dieses Wissen unmittelbar anwendbar zu sein schien. Ich erkannte, dass es mir leicht fällt, mir Dinge zu merken, die mich interessieren, und ich mir diese Sachen auch auf die Dauer von Jahrzehnten merke. Umgekehrt ist es für mich mit hohem Aufwand verbunden, etwas "auswendig" zu lernen, das mich nicht interessiert, und ich neige auch dazu, diese Dinge bald nach der Prüfung wieder zu vergessen.